Agenturleben
15.06.2020

Digitalisierungsschub oder Krisen-Bewältigung? – Home Office in Corona-Zeiten

Verfasst von: Jana Niedick, Kreation

Die Corona-Krise hat geschafft, was vorher kaum denkbar war. Etwa 80% der Arbeitnehmer, denen es möglich ist, von Zuhause zu arbeiten, befinden sich derzeit im Home Office. Kaum vorstellbar: Vor der Krise waren es gerade einmal ca. 12%. Anfang April 2020 traf uns das Corona-Virus auch in Deutschland und stellte unter anderem dort die Arbeitswelt auf den Kopf. Arbeitgeber wurden laut Experten „zu ihrem Glück gezwungen“. Wir sehen es eher als eine Chance. Die Krusianer sind bereits im März teilweise ins Home Office umgezogen. Nach fast 4 Monaten von Zuhause aus arbeiten, ziehen wir ein Fazit. Was kann denn nun Home Office eigentlich? Ist es nur eine Art der Krisen-Bewältigung oder hält es sich als nachhaltiger Trend und gibt uns einen Digitalisierungsschub, der schon lange nötig ist?

Home Office – Was zuvor als unmöglich galt, wurde einfach gemacht

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich am 16. März meine Sachen gepackt habe. Als ich im Büro ankam, empfing mich eine gespenstische Leere. Die meisten Kollegen hatten bereits am Freitag ihre Sachen gepackt und mit nach Hause genommen. Ich schnappte mir Bildschirm, Rechner, Tastatur und Maus und brachte sie ins Auto. Man fühlte sich fast wie eine diebische Elster, die gerade die komplette Technik aus dem Bürogebäude schleppte ohne das überhaupt irgendjemand davon etwas mitbekam. Am Anfang dachte man sich: „Gut, in 2-3 Wochen wird sich schon alles wieder normalisieren.“ Das dem nicht so war, kristallisierte sich in den nächsten Wochen und Monaten noch heraus.

Die ersten Stunden im neuen Home Office fühlten sich doch schon irgendwie ungewohnt und komisch an. Mit den ersten virtuellen Meetings wurde mir diese Unsicherheit aber schnell genommen. Die Technik spielte mit und es gab auch keinen Anlass dafür anzunehmen, dass die Arbeit nicht von Zuhause aus erledigt werden konnte. Home Office war zwar in unserem Unternehmen schon lange kein Unwort mehr, denn es gab auch schon vor der Krise Kollegen, die von Zuhause aus problemlos arbeiten konnten. Aber als dann im März alle ihren Kram mit nach Hause nahmen, war das natürlich schon eine Umstellung. Die Geschäftsführung hat uns aber behutsam über alle wichtigen Informationen und Regeln informiert und uns zu keiner Zeit das Gefühl gegeben, uns nicht zu vertrauen oder uns gar im Stich zu lassen. Uns ist klar: In Zeiten der Pandemie ist das Home Office unser Beitrag, um zumindest die Gesamtinfektionszahlen nach unten zu drücken. Und wir müssen zugeben, was sich vor Wochen noch komisch und ungewohnt angefühlt hat, ist heute zu unserem Alltag geworden.


Der simulierte Weg ins Office

Mit der Zeit ergaben sich ganz neue Rituale. So läuft ein Kollege beispielsweise morgens ums Haus, um den Weg zur Arbeit zu simulieren. Bei anderen besteht der Weg zur Arbeit nun nur noch aus, aus dem Bett klettern, ab ins Bad und kurz die Zähne geschrubbt und am Ende des Flures die Tür passiert. „Guten Morgen liebe Kollegen!“ – Ach ne, die sind ja gar nicht hier. Ja, der ein oder andere hatte sicherlich auch schon mit Einsamkeit zu kämpfen. Sahen wir uns doch jeden Tag mindestens 7-8 Stunden, sind es heute vielleicht ein oder zwei. Unserem digitalen Kommunikationskanal sei dank, sehen wir uns virtuell aber trotzdem noch regelmäßig und können uns nicht nur über projektspezifische Themen austauschen, sondern auch unser Teamgefühl stärken und füreinander da sein. Manchmal sind sogar die Kids von unseren Kollegen mit am Start – Katrins Kinder Ben und Greta sind in der Montagsrunde der Kreation immer willkommene Gäste.

Für den einen Fluch – für den anderen Segen

Der eine liebt es. Der andere hasst es. Die Meinungen über Home Office sind auch bei uns gespalten. Durch die Schließung der Schulen und Kitas mussten gerade die Familien den Spagat zwischen Kinderbelustigung und -betreuung und produktivem Arbeiten Zuhause hinbekommen. Auch die Verschmelzung von Privat- und Arbeitsleben fällt nicht jedem leicht. Ist der Arbeitsplatz aus platztechnischen Gründen beispielsweise gleichzeitig Wohnbereich fällt es den Arbeitnehmern deutlich schwieriger nach Feierabend richtig abzuschalten. Und natürlich ist es auch etwas Anderes – sind Kollegen derzeit nur virtuell zu treffen. Aber Home Office bringt selbstverständlich auch seine Vorteile mit. Zum einen spart man nicht nur Benzin, das sonst für den Arbeitsweg drauf geht, sondern vor allem auch viel Zeit. Zudem bietet das Home Office natürlich auch viel Flexibilität in der Arbeitsweise und auch die Konzentrationsphasen sind im Home Office ganz anders als im Büro. Es kann auch mal angenehm sein, wenn die Kollegen nicht quatschen, dass Telefone nicht pausenlos klingeln oder man selbst entscheiden kann, wann das Radio dudeln darf. Und auch die anderen Kollegen haben sich jetzt nicht einfach aus dem Staub gemacht. Knuddeln, knutschen, kaspern geht ja sowieso gerade nicht und dann ist es auch nur halb so schlimm, wenn wir uns gerade nur virtuell sehen. Wir sind froh, dass wir in unserem Unternehmen schon länger mit der Digitalisierung mitgehen und es somit für uns kein Problem darstellte weiterhin unsere Kommunikation aufrecht zu erhalten. Viel mehr hat uns die Situation auch zusammengeschweißt. Ob zum gemeinsamen Mittagessen in kleinen Gruppen und natürlich mit Abstand oder virtuelle Pläuschchen – irgendwie hat die Krise uns auch noch einmal mehr bewiesen, wir können uns aufeinander verlassen. Crew-Love ist eben true Love!

Wir sind uns einig, es gibt sowohl Nach- als auch Vorteile. Durch die Krise haben wir noch einmal mehr gelernt, wie wichtig Digitalisierung ist. Wir hatten zu keinem Zeitpunkt Probleme von Zuhause aus zu arbeiten. Die technischen Voraussetzungen und auch die Vertrauensbasis, die in unserem Unternehmen herrscht, haben uns nie Anlass gegeben an die Entscheidung mit dem Gang ins Home Office zu zweifeln. Wir sehen die Krise eher als Sprungbrett für die Organisation von einer noch flexibleren Zusammenarbeit, die wir auch nach der Corona-Krise beibehalten möchten. Wir sind bereits jetzt schon fleißig am Ideen sammeln, wie das in unserer Agentur aussehen kann. Wir wollen uns treu bleiben: Visionär, digital und kreativ – das fängt bei uns schon bei der Organisation unserer Arbeitsplätze und -zeiten an. Im Moment jedoch sehen wir die Arbeit im Home Office als klares Zeichen im Kampf gegen das Corona-Virus!

Hi,

ich bin katrin. Home Office bedeutet für mich Familie und Arbeit unter einen Hut zu bekommen, ohne einer Aufgabe nicht gerecht zu werden. Es ist schön, dass mir das Vertrauen entgegengebracht und mir die Möglichkeit geboten wird von Zuhause zu arbeiten.

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